Die letzten Tage, ja eigentlich Wochen, waren so verrückt, so durcheinander und gleichzeitig so einzigartig und unglaublich, dass ich mich fast schäme, sie hier aufzuschreiben.
Die Schriesheimer Bürger kaufen ihr Wahrzeichen: die Strahlenburg.
Und ich … ich bin da irgendwie hineingestolpert.
Nur weil ich seit Jahren an meinem Roman Conrad schreibe – und plötzlich sitze ich da, zwischen lauter Menschen, die dieses Stück Geschichte und Burgform retten wollen, und werde Gründungsmitglied der Stiftung Strahlenburg.
Ich darf gar nicht laut sagen, dass meine Einlage meine letzten Rücklagen sind. Aber irgendein tiefer Teil in mir weiß: Geld findet seinen Weg. Wenn man aus der richtigen Haltung gibt, kommt es oft in einer anderen Form zurück. Und wenn Gott möchte, dass man etwas beiträgt, dann sorgt er auch dafür, dass man es kann.
Aber klar ist: In den letzten Wochen standen andere Dinge im Vordergrund.
Die Webseite, Epigenius – ein einziges Chaos. Sie sieht genauso aus wie mein Leben gerade: wild, überraschend, unplanbar. Jedes Mal, wenn ich denke „So, jetzt habe ich den Plan“, kommt etwas, das den Plan umwirft. Immer wieder. Und langsam frage ich mich ernsthaft:
Vielleicht muss ich den Plan gar nicht festhalten. Vielleicht darf ich ihn einfach loslassen.
Was passiert, wenn man aufhört, das Leben zu kontrollieren?
Wenn man es fließen lässt?
Wenn man nicht mehr versucht, Linie in etwas zu bringen, das gerade wachsen möchte – organisch, lebendig, unberechenbar?
Ich weiß es nicht.
Aber ich habe das Gefühl, genau das passiert gerade. Und vielleicht ist das Chaos kein Fehler meiner Struktur, sondern der Anfang einer neuen Ordnung, die ich mir nicht hätte ausdenken können. Ich werde es sehen.