Vitamin D: Was passiert, wenn ich von 60 auf 80 ng/ml gehe?

Einen Top-Vitamin-D-Spiegel toppen

Neben meinem Experiment zu den Omega-3-Fettsäuren (darüber berichte ich bald) läuft noch ein zweites Experiment. Und ja, das könnte es schwerer machen, die Wirkung eines optimal eigenpendelten Omega 3:6-Spiegels sichtbar zu machen, aber das ganzes Leben ist voller Variablen: Weniger Kaffee, mehr Kaffee, besserer Schlaf, schlaflose Nächte, Stress hier, noch mehr Stress dort … wie das halt so ist im Leben.

Doch ich habe neue Laborwerte und die will ich nutzen. Mein Vitamin-D-Spiegel liegt aktuell bei grandiosen 59,63 ng/ml. Damit könnte ich eigentlich völlig zufrieden sein. Die meisten Empfehlungen würden sagen: guter Bereich, entspannter Start in den Winter. Keine Handlung erforderlich – bis auf den Erhalt dieses Wertes, der sich im Winter leider nicht selbt erhält.

Toxisch oder nicht toxisch, das ist hier die Frage oder die Dosis macht das Gift

Aber als Asthmatikerin habe ich immer wieder das Gefühl, dass viele pauschale Grenzwerte eben für Durchschnittsmenschen gemacht sind. Und ich bin nun einmal nicht der Durchschnitt. Deshalb habe ich beschlossen, meinen Vitamin-D-Spiegel kontrolliert in Richtung 80 ng/ml zu bringen. Und nein, 80 ist nicht gefährlich. Viele Labore warnen ab einem Spiegel von über 135 ng/ml 25-OH-D. Das ist eine sehr konservative Grenze. Ab 100 ng/ml spricht man von einer Hypervitaminose D, wobei sich da noch keinerlei Symptome einstellen müssen. Bei Werten über 150 ng/ml haben sich Mediziner darauf geeinigt, das als „Intoxikation“ also als Vergiftung zu bezeichnen, aber selbst dann muss sich noch keine Hyperkalzämie zeigen. Das soll nicht heißen, dass man daher aufs Geratewohl ordentlich Vitamin D einnehmen sollte, sondern das diese Werte eben Werte sind, auf die man sich verständigt hat. Beim Coimbra-Protokoll also einer kontrollierten Hochdosis-Therapie mit Vitamin D werden diese Werte oft weit übertroffen, und ja, dann kann es auch zu Problem kommen, daher gehört ein solches Protokoll unbedingt unter ärztliche Kontrolle und die Blutwerte sollten auch den Calziumwert und andere Werte beobachten! Aber 80 ng/ml ist völlig im Rahmen und ich bin ausgebildeter Vitamin-D-Coach und Biologin.

Das Studien-Wirrwarr ist ein Krimi

Und ja , ich kenne auch die Studie von 2010 , bei der es seltene Berichte über Hyperkalzämie bereits um 80 ng/ml genannt werden. Aber das ist eine Review-Studie, also eine Zusammenfassung. Deshalb gibt es dort keine einheitliche Teilnehmergruppe mit Alter, Medikamenten usw. Die Autoren fassen ältere Studien und Fallberichte zusammen. Dort steht sinngemäß: „80 ng/ml sei der niedrigste berichtete 25-OH-D-Wert gewesen, der bei Patienten ohne primären Hyperparathyreoidismus und mit normaler Nierenfunktion mit Toxizität verbunden war; die meisten Fälle lägen aber über 150 ng/ml.“ Als Quelle für diesen Abschnitt zitieren sie Glenville Jones’ „Pharmacokinetics of Vitamin D Toxicity“ von 2008. Auch das ist wiederum ein Review und keine kontrollierte Humanstudie. Jones sagt ausdrücklich: Aus ethischen Gründen habe es keine systematischen Vitamin-D-Intoxikationsstudien am Menschen gegeben; die Human-Evidenz beruhe im Wesentlichen auf anekdotischen Vergiftungsfällen und Ausbruchsberichten. Finanziert wurde die Studie vom Canadian Institutes for Health Research und Cytochroma Inc., ein kanadisches Biotech-Unternehmen. Nun gut. Ich könnte hier noch weiter ins Detail gehen, denn die ganze Grenzwertgeschichte, gerade bei Vitamin D ist ein echter Krimi voller Indizien, Halbwahrheiten, Berichte und Annahmen.

Vermehrte Genexpression durch mehr Vitamin D

Der Anlass dafür war für mich doch noch mal raufzugehen, war eine Studie aus dem Jahr 2019 zur Genexpression bei unterschiedlichen Vitamin-D-Dosen. In dieser kleinen randomisierten Doppelblindstudie wurden 30 Probanden sechs Monate lang mit 600, 4.000 oder 10.000 IE Vitamin D täglich versorgt. Also kein Review sondern eine kontrollierte Humanstudie. In der Gruppe mit den höchsten Spiegeln – im Mittel 78,8 ng/ml – wurden deutlich mehr Veränderungen in der Genexpression beobachtet als in der Gruppe mit deutlich niedrigeren Spiegeln.

Das heißt nicht automatisch, dass eine höhere Genaktivität besser ist. Es kommt auf die Gene an, die da reguliert werden. Aber genau das macht mich neugierig.

Was, wenn in diesem Bereich bei mir tatsächlich Prozesse anders laufen, die für Immunsystem, Leistungsfähigkeit, Entzündungsregulation oder Wohlbefinden relevant sind?

Ich weiß es nicht. Aber ich will es wissen. Also teste ich es unter kontrollierten Bedingungen. Ich bin Vitamin-D-Coach! Ich kann Werte lesen, Dosen berechnen und ich nehme nicht blind 20.000 IE/Tag in der Hoffnung das irgendwas passiert.

Der Winter ist für einen kontrollierten Supplementierungsversuch ideal, denn hier ist die körpereigene Vitamin-D-Bildung durch UVB deutlich eingeschränkt, ja eigentlich nahezu Null. Während viele Menschen ihren Vitamin-D-Spiegel über den Winter langsam abbauen, will ich meinen diesmal bewusst stabil in einem höheren Bereich halten.

Meine Vitamin-D-Werte der letzten Jahre

Zeitpunkt25-OH-D
Oktober 202327,51 ng/ml
März 202443,36 ng/ml
September/Oktober 202458,1 ng/ml
September 202659,63 ng/ml

Was ich daran spannend finde: Mein allererster Wert lag 2023 bei 27,5 ng/ml. Ich persönlich möchte nicht wieder in diesen Bereich zurück, denn ich erinnerte mich an nicht wenige depressive Phasen, Stimmungsschwankungen und ähnliche Symptome. Ich war nervlich leicht reizbar, oft unausgeglichen und anfällig.

Über den Winter 2023/24 begann ich damals vorsichtig, meinen Spiegel anzuheben. Und das war der erste Winter seit Langem, in dem ich nicht krank war. Im Sommer 2024 kam dann viel Sonne dazu. Mit rund 58 ng/ml startete ich in die nächste Wintersaison und testete danach meine persönliche Erhaltungsstrategie aus Supplementierung und Sonnenexposition. Ab Frühling kamen regelmäßig etwa 15 Minuten Mittagssonne dazu. Das sind natürlich keine Laborbedingungen, sondern ein grober Daumenwert. Mal mehr, mal weniger.

Aber über zwei Jahre blieb mein Vitamin-D-Spiegel nahezu stabil.

Und genau das zeigt mir: Ein bisschen Berechnung plus bewusstes Verhalten kann erstaunlich gut funktionieren.

Meine Erhaltungsdosis ist individuell

Was ich für mich heute sagen kann:

Meine persönliche Erhaltungsdosis liegt deutlich über den oft pauschal genannten 800 IE pro Tag.

Die konkrete Menge schreibe ich hier bewusst nicht hin. Nicht, weil sie geheim ist, sondern weil ich niemanden dazu animieren möchte, einfach meine Dosis zu kopieren. Vitamin D ist kein Bonbon! Gewicht, Ernährung, Medikamente, Sonnenexposition, Ausgangswert und Gesundheitszustand spielen hier eine entscheidende Rolle. Und genau deshalb finde ich es so wichtig, nicht ins Blaue hinein zu supplementieren. Aber es genauso vergeblich Liebesmühe zu sagen, dass jeder 800 IE pro Tag einnahmen sollte. Das reicht für viele Menschen hinten und vorne nicht. Mit 800 IE pro Tag ist bei mir GAR NICHTS passiert. Daher dachte ich immer: Vitamin D wird überbewertet. Heute weiß ich: Es ist eines der entscheidendsten Gesundheitsvitamine! Da es aber in sehr großen Dosen wirklich auch Probleme verursachen kann, wollte ich es genau wissen und lernte, was man darüber lernen kann.

Wenn jemand seine eigene Dosis berechnen und testen möchte, kann ich das im Rahmen meiner Vitamin-D-Beratung begleiten.

Dann schauen wir uns Ausgangswert, Gewicht, Lebensstil, Ernährung, Medikamente und Zielbereich an und das sehr individuell.

Wie es mit meinen Werten weiter geht? Das sehen wir im Frühling wieder, dann kann ich berichten, wie ich durch den Winter gekommen bin, was der höhere Wert mit mir gemacht hat, ob ich Verbesserungen gemerkt habe, oder ob 60 ng/ml als Vitamin-D-Spiegel völlig ausreichend für mich sind. Für dich kann das ganz anders sein! Daher: Nimm deine Gesundheit selbst in die Hand. Ich begleite dich gern dabei.

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Vitamin-D-Beratung mit vorhandenem Laborwert* für 75 €

Dauer ca. 45 Minuten
Ermittlung des individuellen Zielwerts, der Aufbau- und Erhaltungsdosis

Vitamin-D-Check & Begleitung für 135 €

2 × ca. 45 Minuten
Termin 1: Ausgangslage, Vorbereitung auf die Messung, bisherige Einnahme und Ziele. Selbsttest mit Sofortauswertung* oder ein Selbsttest mit Einsendung ins Labor für genauere Werte* durch geprüftes Partnerlabor
Termin 2: Laborwert gemeinsam auswerten, Dosis berechnen, Erhaltungsstrategie und Kontrollzeitpunkt festlegen.

Andere Fragen? Auch diese beantworte ich dir gern.

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