Was passiert, wenn man seine Träume ernst nimmt? Was passiert dann im Arbeitsleben? Es verändert sich ALLES. Ob das immer zum guten oder auch zum Negativen gereichen kann, das kann ich noch nicht sagen, aber es fühlt sich auf alle Fälle so an, dass man auf einem festen Weg läuft. Und dann passieren ganz viele Dinge, die man zuerst nicht zuordnen kann.
Dieser Beitrag wird etwas persönlicher, denn tatsächlich habe ich endlich das Gefühl, dass ich weiß, wer ich bin.
Manchmal glaube ich, ich lebe in einer anderen Zeitzone. Nicht geografisch, sondern geistig. Während die Welt klickt, swipet und postet, sitze ich – in meinen Träumen – im Tomatenbeet und spreche mit meinem Schatten und analysiere mit meinem Grüntee eine Stunde am Morgen mein nächtliches Default-Mode-Network und lernen mich dabei immer besser kennen. Ich bin längst vom Oberflächlichen weggekommen und steige mit mir selbst hinab an die dunkelsten Punkte meiner Seele. Will das heute jemand hören? Ich weiß es nicht. Aber ich zeige einfach wie ich das mache und warum und vielleicht hilft es eines Tages einem Menschen, der vor dem gleichen Kuriosum steht und sagt: „Sind alle Menschen nur noch oberflächlich?“ Und ich kann dir sagen: Nein. Es gibt sie, die tiefen Seelen. Und ja, ich würde mich als eine davon bezeichnen.
Radikal ich
Das ist eine Erkenntnis, die ich aus den letzten 3 sehr umbrechenden Jahren meines Lebens gewonnen habe: ich werde radikal ich. Seit über 30 Jahren beobachte ich meine Träume, ich hätte schon viel früher auf sie hören können, aber… ich hatte Angst. Was passiert dann mit mir. Und ja, man koppelt sich ein wenig ab. Ein wenig ist gut…. man entkoppelt sich immer mehr. Man findet sich wieder und lernt erst mal, was das Leben in den letzten 50 Jahren für Schäden an einem angerichtet hat. Und dann beginnt der „innere Aufräumprozess“. Da stecke ich gerade mittendrin. Man beginnt zu hinterfragen, zu zweifeln, seine eigenen Maßstäbe abzuklopfen, neue zu setzen, altes zu verwerfen und neues zu integrieren oder abzulehnen. Es ist eine anstrengende Phase und vielleicht eine, die so schnell auch nicht abgeschlossen sein wird, vielleicht nie. Aber: Ich fühle ihn wieder, den Boden unter den Füßen.
Die Zeit und ich
Ich habe zu viel Inhalte in meinen Kopf und zu wenig Zeit diese umzusetzen.
Ich träume zu viel für eine Plattform oder einen Blogbeitrag. Habe ich einen geschrieben, liegen schon drei andere Träume dazwischen. Ich bin Profi-Träumerin.
Ich fühle zu tief für einen Algorithmus, bin zu schnell im Kopf und zu langsam im Tun.
Die Digitalität ist wie eine Zeitschleife. Wenn ich ein Tool endlich verstanden habe, ist es schon veraltet.
Ich lese Tutorials, während andere schon monetarisieren.
Ich denke nach, während andere launchen. Weil ich nicht „irgendwas“ lanchen will, weil ich mit den Inhalten hier, vor allem mit meinen Träumen, einen Teil meiner Seele preisgeben. Ich höre in mich hinein, während draußen ein LinkedIn-Beitrag nach dem anderen aufploppt.
Was zählt heute überhaupt noch? Die Substanz oder das Tempo? Die Authentizität oder die Befriedigung eines Algorithmus?
Ich bin kein klassischer Content Creator, der eine KI einen Artikel 24 Mal recyclen lässt. Ich bin eher ein Sender, der fühlt, filtert, forscht. Aber jeder neue Kanal will andere Maße, andere Worte, andere Formen. Und ich frage mich: Wofür? Für wen? Und vor allem: Zu welchem Preis? Welche zahle ich dabei? Welchen zahlt meine Seele?
Ich will nicht klickoptimiert schreiben. Ich will wahrhaftig schreiben. Tief schreiben. Einen Gegenpol bilden zu der Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft. Erinnerst du dich noch an die Nachrichten vor einer Woche? Vor drei Tagen? Nein. Aber sicher erinnerst du dich an einen Menschen, der der eine persönliche Geschichte erzählt hat, eine die, dich berührt hat, die dich dein Leben lang begleitet. Dieses eine Geschichte… die möchte ich für dich schreiben. Das geht nicht in einen Satz auf Instagram, das geht nicht in einen Business-politierten LinkedIn-Profil. Das geht nur von einem Mensch zum andere und das geht nur, wenn sich jeder von uns beiden Zeit nimmt.
Und wenn ich dafür langsamer bin, dann bin ich das eben.
Vielleicht braucht es nicht mehr Tools. Sondern weniger Lärm, mehr Zeit und mehr Herz. Mehr Vertrauen in das, was durch mich fließt. Und ein System, das mich nicht versklavt, sondern verstärkt.
Das lag mir auf der Seele und es musste mal raus. Vielleicht geht es jemand anderem da draußen auch so, dann: Fühl dich gedrückt. Du bist nicht allein. Und wenn es nur mir so geht, dann ist es ein Zeichen, dass ich tatsächlich radikal ich werden.